Glücksspiel-Survey 2025 und 2023
Die Spielsucht Statistik für Deutschland stützt sich auf wiederholte Befragungen zum Glücksspielverhalten. Die Erhebungen aus 2023 und 2025 berichten eine Störungsquote nach DSM-5 und nennen jeweils die untersuchte Altersgruppe. Für 2025 werden zusätzlich Schweregrade ausgewiesen. Die Werte aus 2021, 2023 und 2025 haben sich den vorliegenden Angaben zufolge kaum verändert; die Einzelwerte für 2021 sind hier nicht beziffert.
Beteiligung am Glücksspiel
Die folgende Übersicht stellt die verfügbaren Angaben nach Erhebungsjahr gegenüber. Die Altersgruppen unterscheiden sich: 2023 wurden 16- bis 70-Jährige befragt, 2025 18- bis 70-Jährige.
| Umfragejahr | Publikation | Interviews | Teilnahme (%) | Störung (%) | Schweregrade (mild/moderat/schwer) |
|---|---|---|---|---|---|
| 2021 | Einzelangaben nicht beziffert | Einzelangabe nicht beziffert | Einzelangabe nicht beziffert | Einzelangabe nicht beziffert | Einzelangaben nicht beziffert |
| 2023 | Veröffentlicht am 6. März 2024; Glücksspiel-Survey 2023 | Rund 12.000; 16–70 Jahre | 36,5 | 2,4 | Keine Aufschlüsselung nach Schweregraden genannt |
| 2025 | ISD Hamburg und Universität Bremen; veröffentlicht am 11. März 2026; Quelle: Bundesministerium für Gesundheit | 12.340; 18–70 Jahre | 36,4 | 2,2 nach DSM-5 | 0,9 / 0,6 / 0,6 |
Für 2025 lag die Feldzeit von August bis November, für 2023 von August bis Oktober. Die Teilnahmequoten betrugen 36,4 beziehungsweise 36,5 Prozent; die Störungsquoten lagen bei 2,2 beziehungsweise 2,4 Prozent. Die Erhebung von 2023 nannte außerdem bei 6,1 Prozent möglicherweise riskantes Verhalten. Dieser Wert ist nicht mit der ausgewiesenen Störungsquote gleichzusetzen. Für 2025 entspricht die DSM-5-Störungsquote etwa zwei von 100 Befragten im Alter von 18 bis 70 Jahren. Die Vergleichsangabe zu 2021 besagt, dass sich die Werte bis 2025 kaum verändert haben; konkrete Einzelwerte für 2021 sind in den verfügbaren Angaben nicht enthalten. Quelle der 2025er Angaben ist das Bundesministerium für Gesundheit, für 2023 der Glücksspiel-Survey 2023.
Anteil der Glücksspielstörung
Der Survey 2025 weist für die 18- bis 70-Jährigen eine DSM-5-Störungsquote von 2,2 Prozent aus. Die berichteten Schweregrade verteilen sich wie folgt:
- Mild: 0,9 Prozent. Dieser Anteil gehört zur 2025 ausgewiesenen DSM-5-Aufschlüsselung der Glücksspielstörung; Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, 2026.
- Moderat: 0,6 Prozent. Der Wert bezieht sich auf Befragte von 18 bis 70 Jahren in der Erhebung mit Feldzeit von August bis November 2025.
- Schwer: 0,6 Prozent. Auch diese Angabe ist ein Schweregrad innerhalb der 2025er DSM-5-Auswertung, nicht die Gesamtquote der Störung.
- Gesamt: 2,2 Prozent. Das entspricht etwa zwei von 100 Befragten im Alter von 18 bis 70 Jahren; Quelle: Bundesministerium für Gesundheit, 2026.
- Vergleich mit 2023: 2,4 Prozent. Der Glücksspiel-Survey 2023 erfasste rund 12.000 Personen von 16 bis 70 Jahren und wurde am 6. März 2024 veröffentlicht.
Die Prozentwerte beschreiben Anteile innerhalb der jeweils untersuchten Altersgruppen und beziehen sich auf die verwendete DSM-5-Erfassung. Sie sagen für sich genommen weder aus, wie viele Menschen insgesamt betroffen sind, noch erklären sie Ursachen oder individuelle Lebenssituationen. Auch die 6,1 Prozent mit möglicherweise riskantem Verhalten aus dem Survey 2023 sind kein zusätzlicher Schweregrad der 2025er Quote. Insgesamt zeigen die Erhebungen für 2021, 2023 und 2025 kaum veränderte Werte, aber keine vollständige Erklärung des Glücksspielverhaltens einzelner Menschen.
Welche Spielformen riskanter sind
Das Risiko problematischen Spielens unterscheidet sich zwischen den Angeboten und hängt auch davon ab, wie ein Spiel aufgebaut ist. Der Glücksspiel-Survey 2023 vergleicht Spielpräferenzen mit Merkmalen wie einer Glücksspielstörung. Die Befunde zeigen Zusammenhänge zwischen bestimmten Spielformen und Abhängigkeit, nicht automatisch eine Ursache-Wirkungs-Beziehung. Für den Vergleich zählen sowohl die Eigenschaften des Spiels als auch die Häufigkeit, mit der es genutzt wird.
Hohe Ereignisfrequenz
Strukturmerkmale können dazu beitragen, dass eine Spielrunde schnell in die nächste übergeht und Verluste oder Gewinne unmittelbar erlebt werden. Besonders relevant sind dabei:
- Hohe Ereignisfrequenz: Bei Spielautomaten folgen viele einzelne Spielereignisse rasch aufeinander. Dadurch entstehen häufig neue Einsatzgelegenheiten, ohne dass lange Pausen den Spielfluss unterbrechen.
- Kurze Intervalle: Liegen zwischen Einsatz und Ergebnis nur wenige Sekunden, bleibt wenig Zeit, den bisherigen Spielverlauf zu überdenken oder eine Entscheidung bewusst abzuschließen.
- Sofortige Resultate: Blinkende Anzeigen, Töne oder direkt sichtbare Gewinne und Verluste geben unmittelbare Rückmeldung. Diese Reize können die Aufmerksamkeit auf den nächsten Spielzug lenken.
- Hohe Verfügbarkeit: Wenn ein Angebot an vielen Orten oder online zu unterschiedlichen Tageszeiten erreichbar ist, lassen sich spontane Spielgelegenheiten leichter in den Alltag einbauen.
- Fortlaufender Spielablauf: Werden Einsätze schnell wieder eingesetzt, kann sich die Spieldauer verlängern. Häufige Entscheidungen erschweren es, Ausgaben und Zeitaufwand im Blick zu behalten.
Diese Merkmale verstärken sich teilweise gegenseitig: Ein rasches Ergebnis macht den nächsten Einsatz unmittelbar möglich, während ständige Erreichbarkeit zusätzliche Spielgelegenheiten schafft. Das kann eine schnelle Abfolge von Entscheidungen begünstigen, ist aber für sich allein keine Diagnose einer Glücksspielstörung.
Arten von Spielsucht nach Spielform
Mit „Arten von Spielsucht“ sind meist bevorzugte Spielformen gemeint, nicht voneinander getrennte Krankheiten. Eine Glücksspielstörung wird nicht danach in eigenständige Diagnosen aufgeteilt, ob jemand an Automaten spielt, Sportwetten platziert oder Lose kauft. Die Spielform beschreibt vielmehr, bei welchem Angebot problematisches Verhalten auftritt; für die Einordnung zählen die Symptome und ihre Auswirkungen auf den Alltag.
Im Glücksspiel-Survey 2023 waren Automatenspiele und Live-Sportwetten häufiger mit einer Glücksspielabhängigkeit verknüpft als Lotterien mit wenigen Ziehungen pro Woche. Live-Wetten ermöglichen es, während eines laufenden Sportereignisses wiederholt auf neue Entwicklungen zu setzen. Automaten bieten typischerweise rasch aufeinanderfolgende Spielrunden. Beide Angebote verbinden damit eine hohe Zahl von Entscheidungsmöglichkeiten mit schnell verfügbaren Ergebnissen.
Bei Lotterien mit wenigen Ziehungen pro Woche liegen Kauf und Ergebnis zeitlich weiter auseinander; die Ereignisse wiederholen sich seltener. Im Survey waren diese Angebote mit einem geringeren Risiko verbunden. Das bedeutet nicht, dass Lotteriespiele grundsätzlich risikofrei sind oder dass jede Person mit einer bestimmten Spielpräferenz abhängig wird. Die Spielerstatistiken beschreiben Gruppenunterschiede: Sie zeigen, welche Spielformen öfter mit Abhängigkeit zusammen auftreten, aber nicht, dass die Spielform allein die Entwicklung einer Störung erklärt.
Methode und Grenzen der Zahlen
Eine Spielsucht Statistik beruht auf festgelegten Fragen, einer ausgewählten Stichprobe und der Bereitschaft der Befragten, Auskunft zu geben. Beim Glücksspiel-Survey prägen daher nicht nur die Antworten, sondern auch Erhebungsweg und Auswertungsregeln das Ergebnis. Die folgenden Hinweise ordnen ein, wie die Daten erhoben wurden und was Prozentwerte tatsächlich ausdrücken. Sie helfen, Messwerte einzuordnen, ohne sie mit einer vollständigen Erfassung aller Betroffenen gleichzusetzen.
Von BZgA-Befragungen zum Survey von ISD und Universität Bremen
Bis 2019 veröffentlichte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) Befragungen zum Glücksspielverhalten, die Forsa im Auftrag der BZgA durchführte. Zur Erfassung problematischen Spielverhaltens kam dabei der South Oaks Gambling Screen (SOGS) zum Einsatz. Ab 2021 veränderte sich die Erhebungsreihe: Die Befragungen für 2021, 2023 und 2025 wurden vom Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung (ISD) Hamburg und der Universität Bremen durchgeführt. Für die Einordnung möglicher Glücksspielstörungen dienten Kriterien des DSM-5, des diagnostischen Klassifikationssystems der American Psychiatric Association.
Auch der Erhebungsmodus unterscheidet sich von älteren Befragungen. Der Survey kombiniert Telefoninterviews und eine Online-Befragung; ungefähr zwei Drittel der Erhebung entfallen auf Telefoninterviews und ein Drittel auf Online-Teilnahmen. Die Befragten machen selbst Angaben zu ihrem Spielverhalten und beantworten standardisierte Fragen. Das ist eine sozialwissenschaftliche Glücksspielerfassung, keine klinische Untersuchung und keine Prüfung von Spielkonten oder Zahlungsdaten. Die Ergebnisse beruhen somit auf berichteten Erfahrungen und darauf, wie die Fragen verstanden und beantwortet werden.
Ein direkter Vergleich zwischen den älteren BZgA/Forsa-Werten und den neueren Survey-Ergebnissen ist nur eingeschränkt möglich. SOGS und DSM-5 sind unterschiedliche Messinstrumente; sie verwenden nicht dieselbe Fragenlogik und bilden problematisches beziehungsweise pathologisches Glücksspiel nicht deckungsgleich ab. Selbst wenn zwei Veröffentlichungen ähnlich benannte Kennwerte ausweisen, folgt daraus nicht, dass sie exakt dasselbe messen. Veränderungen im ausgewiesenen Anteil können deshalb sowohl mit dem Spielverhalten als auch mit dem Instrument zusammenhängen.
Hinzu kommen Unterschiede bei den erfassten Altersbereichen und den Befragungsmodi. Altersgrenzen beeinflussen, welche Bevölkerungsgruppen in den Nenner eingehen; Telefon- und Online-Befragungen können zudem Menschen mit unterschiedlichen Erreichbarkeits- und Antwortmustern ansprechen. Eine Zeitreihe lässt sich daher am besten innerhalb einer Erhebungsreihe betrachten, wenn Definition, Zielgruppe und Durchführung vergleichbar geblieben sind. Beim Übergang von SOGS zu DSM-5 ist ein einfacher Vorher-nachher-Schluss nicht belastbar.
Die methodische Anlage wurde auch politisch diskutiert, unter anderem in Debatten der Bremischen Bürgerschaft. Eine solche Diskussion ersetzt keine Prüfung der Studiendaten, macht aber deutlich, dass Auswahlverfahren und Messregeln für die Bewertung der Ergebnisse relevant sind. Insgesamt liefern die wiederholten, repräsentativ angelegten Befragungen wichtige Hinweise auf Entwicklungen. Für langfristige Vergleiche sind sie am aussagekräftigsten, wenn Veränderungen innerhalb derselben Methodik beurteilt und Methodenwechsel ausdrücklich berücksichtigt werden.
Wie man Statistiken richtig liest
Eine Prozentzahl beschreibt den Anteil innerhalb einer genau festgelegten Bezugsgruppe, nicht automatisch die gesamte Bevölkerung. Vor einer Deutung sollten Sie deshalb Stichprobe, Zeitraum, Altersbereich und Erhebungsweg prüfen.
- Repräsentativität: Eine repräsentativ angelegte Stichprobe bildet die Zielbevölkerung nach festgelegten Merkmalen ab; sie garantiert jedoch nicht, dass jede Person dieselbe Teilnahmechance oder Antwortbereitschaft hatte.
- Selbstauskunft: Angaben zu Häufigkeit, Einsätzen und Folgen beruhen auf Erinnerungen der Befragten. Scham, Erinnerungslücken oder eine abweichende Einschätzung des eigenen Verhaltens können Antworten beeinflussen.
- Versteckte Gruppen: Stark Betroffene und Menschen, die telefonisch oder online schwer erreichbar sind, können in Befragungen unterrepräsentiert sein; dadurch bleibt ihre tatsächliche Situation möglicherweise weniger sichtbar.
- Messinstrumente: SOGS und DSM-5 setzen unterschiedliche Kriterien und Fragen ein. Werte aus verschiedenen Instrumenten sollten daher nicht wie Messungen mit identischem Maßstab als direkte Veränderung gelesen werden.
- Konfidenz und Prozent: Ein Konfidenzintervall zeigt die statistische Unsicherheit einer Schätzung. Ohne Stichprobengröße und konkretes Intervall lässt sich daraus keine genaue Schwankungsbreite ableiten.
Auch der Nenner zählt: Ein Prozentanteil unter Erwachsenen ist nicht mit einem Anteil unter einer anders abgegrenzten Altersgruppe gleichzusetzen. Prozentpunkte bezeichnen die Differenz zwischen zwei Prozentwerten; eine relative Veränderung setzt den Unterschied dagegen ins Verhältnis zum Ausgangswert.
Am belastbarsten sind Vergleiche, bei denen Bezugsgruppe, Fragen und Durchführung übereinstimmen. Einzelne Kennzahlen sollten als Schätzungen mit ausgewiesener Unsicherheit gelesen werden, nicht als exakte Zählung aller Menschen mit Glücksspielproblemen.
Häufige Fragen zu den Zahlen
Die Antworten ordnen zentrale Zahlen der Spielsucht-Statistik nach Erhebungsjahr, Messansatz und Geschlecht ein.
Wie viele Menschen in Deutschland sind spielsüchtig?
Laut Glücksspiel-Survey 2025 weisen 2,2 Prozent der 18- bis 70-Jährigen eine Glücksspielstörung auf; 36,4 Prozent dieser Altersgruppe nahmen an Glücksspielen teil. Die Ergebnisse stammen vom ISD Hamburg und der Universität Bremen und wurden am 11. März 2026 veröffentlicht. Frühere BZgA- und Forsa-Erhebungen mit dem SOGS sind nicht direkt mit diesen Zahlen vergleichbar, weil Messinstrumente und Erhebungsansätze voneinander abweichen.
Warum weichen Zahlen verschiedener Quellen ab?
Zahlen verschiedener Quellen weichen vor allem ab, weil sie unterschiedliche Messinstrumente, Altersbereiche und Erhebungsjahre verwenden. Der SOGS und die DSM-5-Kriterien erfassen problematisches beziehungsweise krankhaftes Glücksspiel nicht auf identische Weise; ihre Ergebnisse sind daher nicht ohne Weiteres gleichzusetzen. Auch eine Befragung von Erwachsenen kann andere Werte ergeben als eine Erhebung mit einem abweichenden Altersbereich oder einer anderen Erhebungsmethode.
Sind Männer häufiger betroffen?
Ja, Männer sind häufiger betroffen, weil sie häufiger am Glücksspiel teilnehmen; die Teilnahmequote ist jedoch nicht mit der Störungsrate gleichzusetzen. Im Glücksspiel-Survey 2023 lag die Teilnahme bei Männern bei 40,4 Prozent und bei Frauen bei 32,7 Prozent. Der Abstand von 7,7 Prozentpunkten belegt die höhere Beteiligung der Männer, erlaubt für sich genommen aber keine Aussage über die individuelle Wahrscheinlichkeit einer Glücksspielstörung.